„Wenn der Alltag wackelt“

Ein Blick hinter die Kulissen des Sozialpädagogischen Dienstes am Gesundheitsamt des Landkreises

3/11/20262 min read

Auch im Landkreis Freyung-Grafenau verbergen sich hinter vielen Türen soziale und gesundheitliche Problemlagen – geprägt von Rückzug, Überforderung und fehlender Anbindung an das Hilfesystem. „Hausbesuche und Gespräche gehören zum Arbeitsalltag unserer Sozialpädagogen, um Menschen in belastenden Lebenssituationen zu erreichen“, erklärt Dr. Drachsler, die den zuständigen Fachbereich am Gesundheitsamt leitet. Ziel der Fachkräfte ist es, Kontakt herzustellen, Vertrauen aufzubauen und Wege aus schwierigen Situationen aufzuzeigen. Der Sozialpädagogische Dienst versteht sich dabei als zentrale Anlaufstelle für Menschen, bei denen das Leben gerade aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Zuhören und verstehen

Die Hilfe setzt möglichst früh an, bevor Krisen eskalieren. Dabei geht es nicht nur um organisatorische Unterstützung, sondern vor allem um echtes Zuhören und einen respektvollen Umgang. Der Dienst sieht sich als Zwischenstation für Menschen, die in persönlichen oder gesundheitlichen Krisen vorübergehend die Orientierung verloren haben. „Viele schämen sich für ihre Lage, doch psychische Krisen oder Suchterkrankungen können jeden treffen“, betont Dr. Kandlbinder, fachliche Leiterin des Gesundheitsamtes. Umso wichtiger ist ein geschützter Raum, in dem Betroffene erleben: Hier werde ich verstanden und nicht bewertet.

Ein Kompass im System

Die Themen sind vielfältig – von psychischen Belastungen über Suchtprobleme bis hin zu Herausforderungen des Älterwerdens. Die Sozialpädagogen koordinieren passende Hilfen, lotsen durch das oft unübersichtliche Sozialsystem und begleiten Betroffene bei Bedarf auch längerfristig. Im Mittelpunkt steht dabei stets, die Selbstständigkeit zu erhalten und zu stärken. „Wir wollen Menschen befähigen, ihr Leben wieder eigenständig zu meistern“, so Dr. Drachsler. Gerade in belastenden Phasen bieten die Fachkräfte Orientierung, gehen aktiv auf Betroffene zu und beziehen auch Angehörige mit ein, die häufig selbst an ihre Grenzen kommen.

Niederschwellig und diskret

Vertrauen ist die Grundlage der Arbeit. Die Beratung ist freiwillig, kostenlos und unterliegt der Schweigepflicht. „Niemand muss befürchten, dass Informationen ungefiltert weitergegeben werden“, versichert Dr. Drachsler. Dieses Zusammenspiel aus fachlicher Kompetenz und Empathie schafft ein verlässliches Sicherheitsnetz. Ziel ist es, überwältigende Probleme in bewältigbare Schritte zu übersetzen – mit professioneller Begleitung an der Seite. Wer Unterstützung für sich oder Angehörige sucht, kann sich telefonisch unter 08551/57-4000 oder per E-Mail an gesundheitsamt@landkreis-frg.de an das Gesundheitsamt wenden.

Bildunterschrift:

Das Team des Sozialpädagogischen Dienstes ist eine Anlaufstelle für alle, bei denen das Leben gerade auf „schwierig“ geschaltet hat. Die Hilfe beginnt am besten schon lange, bevor eine Situation eskaliert. Dabei geht es nicht nur um reine Sachbearbeitung, sondern um echtes Zuhören. Der Dienst versteht sich als Zwi-schenstation für Menschen, die in gesundheitlichen, persönlichen Krisen kurzzeitig die Orientierung verlo-ren haben.

Foto: Tharushi Jayawardana/Pixabay