Online-Banking, soziale Netzwerke, Cloud-Speicher – ein Großteil unseres Lebens findet heute digital statt. Doch was geschieht mit diesen Daten, wenn jemand stirbt? Der VerbraucherService Bayern im KDFB e. V. (VSB) informiert, worauf Verbraucherinnen und Verbraucher beim digitalen Nachlass achten sollten und wie sie rechtzeitig vorsorgen können.
„Viele unterschätzen das Thema, bis es zu spät ist“, erklärt Felix Kohn, Jurist und Verbraucherberater beim VSB. „Wertvolle Erinnerungsfotos in der Cloud können unwiederbringlich verloren gehen, während Abo-
Verträge still und leise weiter Kosten verursachen. Dabei ist die Rechtslage eindeutig: Digitale Konten und Online-Verträge sind vererbbar – der Bundesgerichtshof hat das 2018 ausdrücklich bestätigt.“ In der Praxis scheitern Erben häufig an technischen Hürden: Ohne Passwörter ist kein Zugang möglich und Dienstleister dürfen Zugangsdaten nicht ohne Weiteres herausgeben. Besonders heikel ist die Situation bei Kryptowährungen: Wer den privaten Schlüssel (Private Key) nicht kennt, hat dauerhaft keinen Zugang – weder zu Lebzeiten noch im Erbfall.
Nachlass-Liste mit allen wichtigen Daten
Der VSB empfiehlt, eine strukturierte Nachlassliste anzulegen: Alle Online-Konten, Zugangsdaten und Wünsche zum weiteren Umgang mit den Daten schriftlich festhalten und sicher verwahren. Dabei hilft die Methode der drei W‘s: Wo sind die Konten? Wie kommt man rein? Was soll damit geschehen? Ergänzend bieten große Plattformen wie Google, Apple und Meta kostenlose Werkzeuge an, mit denen sich bereits heute festlegen lässt, was im Todesfall mit dem jeweiligen Konto passieren soll. „Eine solche Verfügung ist kein Ersatz für ein Testament“, betont Kohn, „aber ein wichtiger erster Schritt.“
Sensible Daten nicht an Dritte weitergeben
Von kommerziellen Nachlassverwaltern rät der VSB ausdrücklich ab: Die meisten Aufgaben lassen sich ohne fremde Hilfe erledigen, während die Weitergabe sensibler Zugangsdaten an Dritte erhebliche Risiken birgt.
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Bild: Felix Kohn, Jurist und Verbraucherberater beim VSB
(Foto: VerbraucherService Bayern im KDFB e.V.)




