Seit einigen Monaten ist in Deutschland eine spezielle Alzheimer-Therapie zugelassen, bei der Antikörper Amyloid-Ablagerungen im Gehirn mobilisieren. Die neurologische Abteilung am Bezirksklinikum Mainkofen will das Verfahren im Laufe des Jahres anbieten. Derzeit laufen noch Abstimmungen, wie Chefarzt Prof. Tobias Schmidt-Wilcke beim Jahresgespräch mit Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich erklärte. Eine Heilung ist nicht möglich, jedoch kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden – vor allem in frühen Stadien.
2025 rezertifiziert
Auch im Bereich der Immunabsorption ist Mainkofen gut aufgestellt: Mit den drittmeisten Behandlungen zählt man zu den großen Zentren in Deutschland. Für die Weaning-Therapie, also die Entwöhnung von der Beatmung, wurde die Klinik 2025 rezertifiziert; 2026 sollen die Behandlungszahlen steigen. Schmidt-Wilcke war zuvor an der Universität Düsseldorf habilitiert und außerplanmäßiger Professor. Nun wechselte er an die Universität Regensburg, um dort Medizinstudierende zu unterrichten. Mit Blick auf den Medizin-Campus Niederbayern sei dies besonders wertvoll, betonte Heinrich.
Mehr Zeit für die Patienten
Auch die Digitalisierung schreitet voran: Die elektronische Patientenakte wurde auf Normal- und Intensivstationen eingeführt. Zudem wird das Programm ICU-Manager für Intensiv- und Weaningstation implementiert. Untersuchungsdaten wie Beatmungsparameter, Sauerstoffsättigung oder EKG werden automatisch in die Patientenkurve übernommen. Das erleichtert die Dokumentation und schafft mehr Zeit für die Patienten. Nach der Rezertifizierung der Stroke Unit 2025 blickt man im Zuge der Krankenhausreform, bei der kleinere Zentren wegfallen sollen, mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Ein Teil der zunächst mit Schlaganfallverdacht aufgenommenen Patienten wird wegen anderer neurologischer Erkrankungen weiterbehandelt.
Heinrich dankte Schmidt-Wilcke für seinen Einsatz und die strategische Weiterentwicklung neuer Behandlungsangebote, die das hohe medizinische Niveau in Mainkofen sichern.
Bild: Chefarzt Prof. Tobias Schmidt-Wilcke (l.) und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. Foto: Bezirk Niederbayern, Manuela Lang
Info: Der Bezirk Niederbayern: Mit den anderen sechs bayerischen Bezirken bildet der Bezirk Niederbayern die dritte kommunale Ebene. Das Bezirksgebiet umfasst neun Landkreise, drei kreisfreie Städte und eine Große Kreisstadt. Die Kernaufgaben umfassen die Bereiche Soziales, Gesundheit, Kultur- und Heimatpflege, Bildung und Jugend sowie die Fachberatung für Fischerei. Als überörtlicher Träger der Sozialhilfe unterstützt der Bezirk Pflegebedürftige, Senioren und Kranke sowie Menschen mit Behinderungen, die auf Hilfeleistungen angewiesen sind. Mit dem Bezirksklinikum Mainkofen sowie den Bezirkskrankenhäusern Landshut, Straubing und Passau sichert der Bezirk die psychiatrische Versorgung Niederbayerns.




