Seniorenarbeit im Wandel der Zeit

Austausch über wachsende Herausforderungen im Landratsamt Passau

3/11/20261 min read

Die Seniorenvertretungen des Landkreises Passau haben sich im Landratsamt getroffen, um über aktuelle Herausforderungen der Seniorenarbeit zu beraten. Themen wie Pflege, Einsamkeit, barrierefreier Wohnraum und die Rolle des Ehrenamts standen dabei im Mittelpunkt. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Ehrenamt waren sich einig, dass eine starke Interessenvertretung für ältere Menschen angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger wird. Gleichzeitig wurden Defizite in Gesetzen und Förderprogrammen offen angesprochen.

Ehrenamt als tragende Säule
Landkreisseniorenbeauftragte Gerlinde Kaupa betonte, dass Senioren künftig rund ein Viertel der bayerischen Bevölkerung ausmachen werden. Mit dem Landesseniorenrat gebe es eine parteipolitisch neutrale und überkonfessionelle Stimme, die als Bindeglied zwischen älteren Menschen und der Staatsregierung fungiere. Besonders hob sie das ehrenamtliche Engagement hervor, da Ehrenamtliche nah an den Menschen seien und deren Bedürfnisse genau kennen. Dieses Engagement sei eine zentrale Grundlage für ein gutes Leben im Alter.

Pflege, Prävention und gesellschaftlicher Zusammenhalt
Auch Landrat Raimund Kneidinger dankte den Seniorenbeauftragten für ihre wichtige Arbeit: Angesichts von Einsamkeit, Personalmangel in der Pflege und der zunehmenden Belastung pflegender Angehöriger sei Prävention ebenso notwendig wie nachhaltige Unterstützung. Positiv stellte er heraus, dass sich rund zwei Drittel der Menschen im Landkreis ehrenamtlich engagieren – ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Gemeinsinn.

Kritik an Förderlücken und Gesetzgebung
Kaupa informierte zudem über Aufgaben und Struktur des Landesseniorenrats und kritisierte unter anderem das neue Sportgesetz, in dem Senioren nicht ausreichend berücksichtigt würden. Auch der drastisch reduzierte Fördertopf für barrierefreie Wohnungsumbauten bereitet Sorgen, da viele notwendige Maßnahmen nicht mehr umgesetzt werden können. Einigkeit bestand darin, dass solche Investitionen langfristig Kosten sparen und den Verbleib im eigenen Zuhause ermöglichen.

Mehr Mitwirkung vor Ort gefordert
Abschließend forderten die Seniorenvertretungen, frühzeitig in kommunale Planungen eingebunden zu werden. Positive Beispiele aus einzelnen Gemeinden zeigten, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Seniorenbeauftragten und Kommunalpolitik konkrete Verbesserungen im Alltag älterer Menschen bewirken. (hw)

Foto: seniorenarbeit-ai-generated01