Risiko sozialer Isolation erhöht

Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Menschen aus?

3/11/20261 min read

Soziale Kontakte sind ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Soziale Isolation und Einsamkeit stehen nachweislich mit chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Schlaganfall, Diabetes und Demenz sowie mit einer insgesamt schlechteren Gesundheit in Zusammenhang. Um die Gesundheit der Bevölkerung zu stärken, ist es daher wichtig, Faktoren zu verstehen, die soziale Beziehungen schwächen oder zerstören.

Eine neue Studie in Nature Health von Dr. Samia C. Akhter-Khan, Prof. Julianne Holt-Lunstad und Prof. Shuyan Liu zeigt, dass der Klimawandel dabei eine bislang unterschätzte Rolle spielt. Neben Umwelt- und Gesundheitsfolgen trägt er demnach auch zu Einsamkeit und sozialer Isolation bei. Laut Dr. Akhter-Khan gibt es zunehmende Evidenz, dass klimabedingte Veränderungen soziale Netzwerke beeinträchtigen.

Extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen oder Hitzewellen können alltägliche soziale Kontakte einschränken, Gemeinschaften destabilisieren und Konflikte verstärken. Besonders betroffen sind marginalisierte und schutzbedürftige Gruppen, die ohnehin ein erhöhtes Risiko für Einsamkeit tragen. Fehlende soziale Unterstützung kann ihre körperliche und psychische Gesundheit zusätzlich verschlechtern und Krankheitsverläufe beschleunigen.

Die Autorinnen stellen verschiedene Ansätze vor, um sozialen Zusammenhalt im Kontext des Klimawandels zu stärken. Da Menschen, die allein leben, ein höheres Sterberisiko bei extremen Wetterereignissen haben, können starke soziale Bindungen die Resilienz von Gemeinschaften deutlich erhöhen. Nachbarschaftsprogramme, bei denen etwa auf alleinlebende ältere Menschen geachtet wird, senken nachweislich die Sterblichkeit während Hitzewellen. Auch gemeinsames Klimaengagement kann soziale Resilienz fördern und Einsamkeit verringern – insbesondere bei älteren Menschen. „Wenn wir mehr Möglichkeiten schaffen, sich aktiv für den Klimaschutz zu engagieren, stärken wir den sozialen Zusammenhalt und bauen Spannungen zwischen den Generationen ab“, so Dr. Akhter-Khan.

Die Forscherinnen betonen zugleich den weiteren Forschungsbedarf, etwa zu den Auswirkungen von Einsamkeit auf politische Einstellungen, Verschwörungsglauben oder Klimaleugnung. Angesichts zunehmender extremer Wetterereignisse plädieren sie dafür, Klima- und Gesundheitspolitik stärker zu verzahnen, um sowohl soziale als auch klimatische Resilienz zu fördern. (deutschesgesundheitsportal.de)

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