Migräne psychosomatisch behandeln

Ganzheitlicher Ansatz für Ursachenermittlung und -therapie

3/11/20261 min read

Kopfschmerzen kennt fast jeder, Migräne ist jedoch weit mehr als ein starker Kopfschmerz. Rund acht Millionen Menschen in Deutschland leiden an der neurologischen Erkrankung. Typisch sind starke, meist halbseitige, pulsierende Schmerzen, häufig begleitet von weiteren Beschwerden.

Neben klassischen Schmerzmitteln und neueren Therapien mit Antikörpern kommen auch ganzheitliche Ansätze infrage. „Dabei werden nicht nur die Symptome bekämpft, sondern auch zugrunde liegende Ursachen ermittelt und therapiert“, erklärt Carsten Albrecht, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Chefarzt der Privatklinik BetaGenese in Bonn.

Wechselwirkung zwischen psychischen und physischen Gegebenheiten

Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel genetischer, neurologischer und äußerer Faktoren. Mögliche Auslöser sind Stress, hormonelle Veränderungen, Schlafstörungen, Wetterwechsel oder bestimmte Nahrungs- und Genussmittel. Welche Faktoren tatsächlich eine Attacke hervorrufen, ist individuell verschieden. Auch psychische Belastungen, Übermüdung oder starke Emotionalität können Häufigkeit und Verlauf beeinflussen.

Migräne gilt es von Kopfschmerzen zu unterscheiden

Neben heftigen Kopfschmerzen können Übelkeit, Erbrechen sowie Licht-, Geruchs- und Geräuschempfindlichkeit auftreten. Manche Patienten erleben eine Aura mit Sehstörungen, Kribbeln in Armen, Beinen oder Händen oder Sprachstörungen. Eine genaue Diagnose ist deshalb entscheidend, um Migräne von anderen Kopfschmerzarten abzugrenzen, mögliche Auslöser zu erkennen und eine individuelle Therapie zu finden.

Von Biofeedbacktherapie bis Stressbewältigungsmanagement

Neben Medikamenten kann Biofeedback eingesetzt werden. Dabei werden körperliche Vorgänge wie Muskelspannung oder Stressreaktionen gemessen und für Patienten sichtbar gemacht. So lernen sie, Anspannung früher wahrzunehmen und gezielt zu beeinflussen.

Ganzheitliche Konzepte kombinieren beispielsweise Akutmedikation und Prophylaxe, CGRP-Antikörper, Bio- und Neurofeedback, Psychotherapie, Hypnotherapie sowie Körper-, Bewegungs- und Entspannungsverfahren.

Stressoren und ungünstiges Verhalten wahrnehmen

Auch die Angst vor der nächsten Attacke kann zur Belastung werden. Einschränkungen in Beruf, Familie und Freizeit erzeugen zusätzlichen Stress. Schmerzbewältigungstraining und Stressmanagement helfen, belastende Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen.

Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen sowie eine ausgewogene Planung von Belastungs- und Erholungsphasen können den Umgang mit Migräne verbessern. Ziel ist es, den Kreislauf aus Migräne, Stress und Angst vor weiteren Attacken zu durchbrechen.

Weitere Informationen: betagenese.de

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