Länger leben allein reicht nicht

Warum die Gesundheitsspanne entscheidend ist

3/11/20262 min read

Die Menschen werden immer älter. Fortschritte in Medizin, Ernährung und Lebensbedingungen haben die Lebenserwartung deutlich steigen lassen. Doch viele der gewonnenen Jahre sind von chronischen Erkrankungen, eingeschränkter Beweglichkeit oder Unterstützungsbedarf geprägt. Deshalb rückt zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, wie sich nicht nur das Leben, sondern vor allem die Zeit in guter Gesundheit verlängern lässt.

„Longevity wird häufig auf Anti-Aging oder ein möglichst hohes Alter reduziert. Tatsächlich verbindet der Forschungsansatz Erkenntnisse aus Medizin, Biologie und Prävention, um gesundes Altern gezielt zu fördern“, erklärt Dr. Anna Wohlthat, Gesundheitsökonomin und Gründerin der Black Swan Academy.

Die Lebensspanne umfasst die gesamte Zeit von der Geburt bis zum Tod. Die Gesundheitsspanne bezeichnet dagegen jene Jahre, in denen Menschen ohne wesentliche Einschränkungen durch Krankheit oder Funktionsverlust leben.

Lebensspanne und Gesundheitsspanne: zwei unterschiedliche Maßstäbe

Dazu gehören körperliche, geistige und soziale Fähigkeiten, die eine aktive Teilhabe am Alltag ermöglichen. Zwischen beiden Größen besteht eine deutliche Lücke: Menschen leben zwar länger, verbringen aber einen Teil dieser zusätzlichen Jahre mit gesundheitlichen Einschränkungen. Daher gewinnt neben der Lebenserwartung der Erhalt körperlicher und geistiger Fähigkeiten an Bedeutung.

Der Fokus der Longevity-Forschung verändert sich

Während früher vor allem die maximal erreichbare Lebensdauer erforscht wurde, stehen heute die biologischen Mechanismen des Alterns und die Verzögerung altersbedingter Erkrankungen im Fokus. Erkenntnisse sollen in Strategien münden, die Gesundheit und Selbstständigkeit möglichst lange erhalten.

„Gesundheit entsteht nicht erst im hohen Alter, sondern entwickelt sich über Jahrzehnte“, betont Wohlthat. Frühzeitige Prävention verbessere die Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben und könne zugleich das Gesundheitssystem entlasten.

Morbiditätskompression: Erkrankungen möglichst spät auftreten lassen

Die sogenannte Morbiditätskompression verfolgt das Ziel, schwere Erkrankungen und funktionelle Einschränkungen möglichst weit ans Lebensende zu verschieben.

So soll die Phase gesundheitlicher Beeinträchtigungen kürzer und die Zeit in guter Gesundheit länger werden. Davon profitiert auch die Gesellschaft: Menschen können länger aktiv am beruflichen, sozialen und familiären Leben teilnehmen.

Weitere Informationen: black-swan-academy.com

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