Guter Schlaf schützt das Herz

Warum erholsame Nächte für Kreislauf und Gesundheit so wichtig sind

3/11/20262 min read

Guter Schlaf ist wichtig für die körperliche und seelische Gesundheit. Dennoch zeigen Krankenkassen-Analysen, dass Schlafmangel und Schlafstörungen in Deutschland verbreitet sind.

Besonders das Herz kann darunter leiden. „Das Risiko für Herzinfarkt und Herzschwäche steigt bei chronischem Schlafmangel. Auch bestehende Erkrankungen wie die koronare Herzkrankheit oder das metabolische Syndrom können dadurch beschleunigt werden“, warnt Prof. Dr. Anil-Martin Sinha vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Doch auch dauerhaft sehr lange Schlafzeiten können mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko verbunden sein. Entscheidend ist daher nicht allein die Schlafdauer, sondern ebenso ein möglichst regelmäßiger und erholsamer Schlaf.

Warum ist Schlaf für unsere Gesundheit so wichtig?

Während der Nachtruhe regeneriert sich der Körper, während das Gehirn wichtige Informationen verarbeitet. Fett- und Zuckerstoffwechsel werden reguliert, das Immunsystem unterstützt und Reparaturprozesse angestoßen. Auch für die Blutdruckregulation ist ausreichender Schlaf wichtig. Schlafmangel macht sich dagegen durch Müdigkeit, Erschöpfung und geringere Leistungsfähigkeit bemerkbar.

Schlafmangel: Warum schädlich für Herz und Gefäße?

Chronischer Schlafmangel erhöht den oxidativen Stress. Dabei entstehen freie Radikale, die Zellen und Gewebe schädigen können. Entzündungsprozesse greifen unter anderem die Innenwände der Blutgefäße an und begünstigen Arteriosklerose – eine wesentliche Ursache für koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall.

Auch das metabolische Syndrom mit erhöhten Zucker- und Blutfettwerten, Bluthochdruck und starkem Übergewicht wird begünstigt.

Eine weitere Gefahr ist Schlafapnoe mit wiederholten Atemaussetzern. Sie erhöht unbehandelt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer trotz ausreichender Schlafdauer häufig unter Tagesmüdigkeit leidet und schnarcht, sollte dies ärztlich abklären lassen.

Diese Störer gefährden den Schlaf

Nacht- und Wechselschichten können den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus erheblich stören. Auch Überstunden, ständige Erreichbarkeit, Stress, Lärm, hohe Temperaturen und übermäßiger Medienkonsum beeinträchtigen die Nachtruhe.

Sport fördert grundsätzlich einen gesunden Schlaf, intensives Training unmittelbar vor dem Zubettgehen kann jedoch kontraproduktiv sein. Es aktiviert Kreislauf und Stresshormone. Zwischen intensivem Training und Schlaf sollten deshalb zwei bis vier Stunden liegen. Ein gemütlicher Abendspaziergang kann dagegen entspannen.

Studien: Erwachsene sollten im Schnitt mindestens sieben Stunden schlafen

Erwachsene benötigen durchschnittlich sechs bis neun Stunden Schlaf. Studien zeigen, dass sowohl dauerhaft weniger als fünf als auch mehr als neun Stunden mit höheren Gesundheitsrisiken verbunden sein können.

Tipps für einen besseren Schlaf

  1. Feste Schlaf- und Aufstehroutine: Möglichst zur gleichen Zeit ins Bett gehen und aufstehen. Abweichungen sollten nicht mehr als etwa 30 Minuten betragen.

  2. Angenehme Schlafumgebung: Das Schlafzimmer sollte ruhig, dunkel und kühl sein. Als ideal gelten etwa 18 Grad.

  3. Regelmäßige Schlafrituale: Atemübungen, ruhige Musik oder Meditation können das Einschlafen erleichtern.

  4. Smartphone und Co. meiden: Computer, Smartphone und Tablet am späten Abend möglichst nicht mehr nutzen.

  5. Sport nicht zu spät: Regelmäßige Bewegung verbessert den Schlaf. Intensive Aktivitäten sollten mit ausreichend Abstand zum Zubettgehen stattfinden.

  6. Schlafmittel mit Bedacht: Schlafmittel sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Auch pflanzliche Präparate oder Melatonin können je nach Situation infrage kommen.

Weitere Informationen: herzstiftung.de/schlafen

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