Markt Ruhstorf a. d. Rott. Das „Kleeberger Kistl“, ein Forschungsprojekt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zur kooperativen Direktvermarktung, wurde im Rahmen des europäischen Projekts COREnet als „Golden Case“ ausgezeichnet.
Damit ist das Projekt aus Ruhstorf a. d. Rott das einzige deutsche Beispiel unter ausgewählten europäischen Praxisprojekten für erfolgreiche kurze Lebensmittelversorgungsketten. Es steht exemplarisch für funktionierende Direktvermarktung, regionale Wertschöpfung und innovative Vermarktungslösungen im ländlichen Raum.
Kooperative Direktvermarktung im Praxisbetrieb
Ausgangspunkt war die Frage, wie landwirtschaftliche Betriebe Verkaufsautomaten effizienter betreiben können. Seit 2022 verfolgt das LfL-Projekt den Ansatz, Automaten nicht einzeln, sondern gemeinschaftlich zu betreiben, inklusive digitaler Selbstbedienungssysteme im 24-Stunden-Betrieb. Zentrales Element ist der 2023 eröffnete 18 m²-Verkaufscontainer „Kleeberger Kistl“ mit Automatenverkauf und Vertrauenskasse. Begonnen haben 15 Direktvermarkter:innen, inzwischen sind es 21; das Sortiment umfasst rund 95 Produkte, die ausschließlich aus regionaler Landwirtschaft stammen und im Durchschnitt nur 14 km transportiert werden.
Wissenschaftliche Begleitung und Zielsetzung
Die Begleitforschung, die bis Ende 2026 läuft, erhebt Daten zu Organisation, Arbeitszeit, Kosten, Sortiment, Marketing sowie Kund:innenverhalten und Feedback. Ergänzt werden die Praxisdaten durch Online-Befragungen und Experteninterviews. Projektleiterin Dr. Sophia Goßner erklärt: „Ziel ist es, belastbare Entscheidungsgrundlagen und praxisnahe Handlungsempfehlungen über Chancen und Grenzen kooperativer Direktvermarktung bereitzustellen.“ Die europäische Auszeichnung zeige, dass der Ansatz auch international als zukunftsweisend anerkannt wird.
Foto: pedagrafie




